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Drum Beat

Virtueller Ranger

Katja Boll aus Daenemark beschreibt ihre Erlebnisse als Virtueller Ranger

2 January 2000

(Die virtuellen Ranger bedienen die Kamera fuer Djumas "Virtuelle Pirschfahrt" auf der populaeren Africam Webseite.)

Ich konnte meinen Augen kaum trauen. Jetzt verstand ich, warum wir den Geparden so ploetzlich verlassen hatten. Ich dachte, dieses sei ein Anblick, der nicht mehr uebertroffen werden koennte. Ich hatte keine Ahnung, was mich noch erwartete...

6 Tage zuvor war ich im Djuma Game Reserve angekommen. Ich sollte die naechsten 19 Tage in Djuma arbeiten, wusste aber nicht, worin meine Arbeit bestehen wuerde. Meine Hoffnung war, dass ich zumindest die Gelegenheit haben wuerde, auf einige Pirschfahrten zu gehen - eventuell als Uebersetzerin fuer deutsche und franzoesische Gaeste. Aber es kam viel besser. Es stellte sich heraus, dass ich zum richtigen Zeitpunkt gekommen war, und das Djuma jemanden brauchte, der dem Ranger und dem Spurenleser dabei hilft, AfriCams "Virtual Game Drive" (virtuelle Pirschfahrt) durchzufuehren. Und ich sollte die Person sein, die die Tiere filmt. Das bedeutete, dass ich jeden Tag auf 2 Pirschfahrten gehen konnte! Da ich eine grosse Tierliebhaberin und begeisterte Fotografin bin, konnte ich mir nichts Besseres vorstellen. Es klang nach meinem Traumjob - und 19 Tage spaeter wusste ich, dass es mein Traumjob war.

Die Vielfalt an Tieren im Djuma Game Reserve war fantastisch. Nach nur wenigen Pirschfahrten hatte ich bereits die "Grossen Fuenf" (Loewe, Leopard, Elefant, Nashorn, Bueffel) gesehen - die meisten von ihnen mehr als einmal. Antilopen, Zebras und Giraffen waren reichlich vorhanden, und wir hatten auch das Glueck, auf unseren ersten Pirschfahrten eine Vogelschlange, eine Zibetkatze und eine Ginsterkatze zu sehen. Am 6. Tag meines Aufenthaltes passierte etwas Unglaubliches. Wir beobachteten einen Geparden. Ich war sehr aufgeregt, denn der Gepard ist eines meiner Lieblingstiere. Aber wir verliessen den Geparden ziemlich schnell. Ich wusste, dass dies nur bedeuten konnte, dass uns woanders etwas ganz Besonderes erwartete. Aber was? Einen Moment spaeter fand ich es heraus: Eine riesige Python hatte ein Impalababy getoetet und war gerade dabei, es zu verschlingen! Dieses war ein unglaublicher
und sehr seltener Anblick. Und es war das erste Mal, dass ich dachte, dieses Ereignis koennte nicht mehr uebertroffen
werden. Ich wusste nicht, dass Djumas Tiere noch viel mehr Ueberraschungen bereithielten, und dass ich noch oft denken wuerde, dass das letzte Ereignis wirklich nicht mehr uebertroffen werden koennte...

Schon am naechsten Morgen sahen wir alle der "Grossen Fuenf" auf einer Pirschfahrt - alle fuenf erstklassig und sehr nah. Auf der Abendpirschfahrt des gleichen Tages hatten wir den sehr ungewoehnlichen Anblick eines Leoparden auf einem Baum und einem Loewenrudel, das sich im Schatten des gleichen Baumes ausruhte, direkt unter dem Leoparden. Noch viele Male sah ich Loewen und Leoparden. An einem Abend beobachteten wir Loewen, die sich an verschiedene Antilopen heranschlichen, schliesslich ein Impalababy erlegten und sich anschliessend um die Beute stritten. Ein anderer Hoehepunkt war der Gepard, den wir eine Woche nach dem ersten Geparden sahen. Und wieder
konnten wir den Geparden nicht lange beobachten, denn etwas noch Spektakulaereres erwartete uns an der noerdlichen Grenze des Reservates. Hatte da nicht jemand etwas von "Hunden" ueber Funk gesagt? Ich wagte nicht zu hoffen, aber 15 Minuten spaeter wusste ich, dass ich mich nicht getaeuscht hatte: ein Rudel Wildhunde! Es ist schwer, die Gefuehle zu beschreiben, die ich beim Anblick der seltenen Wildhunde hatte. Ungefaehr ein halbes Jahr zuvor hatte ich dieses Rudel oft im Internet gesehen. (Die Bilder wurden von Djumas "Wild Dog Cam"
uebertragen.) Ich hatte die Welpen beobachtet, als sie zum ersten Mal aus dem Bau herauskamen, wie sie spielten, und wie sie von den grossen Wildhunden gefuettert wurden. Ich hatte sie beim Aufwachsen beobachtet, bis die Wildhunde den Bau verliessen, um ihren nomadischen Lebensstil wieder aufzunehmen. Sie waren mir ans Herz gewachsen, und es fehlte mir, sie im Internet beobachten zu koennen. Aber jetzt konnte ich sie "in Wirklichkeit" sehen! Ich fuehlte, dass ich sehr viel Glueck hatte.

Die Zeit verging rasend schnell waehrend meines Aufenthaltes im Djuma Game Reserve, und der Tag meiner Abreise kam viel zu frueh. Auf meiner letzten Pirschfahrt uebertrafen einige der Tiere noch einmal sich selbst. Ich hatte eine sehr nahe Begegnung mit einem Leoparden. Das schoene Tier war nur etwa 3 Meter von mir entfernt, aber es schien dichter zu sein, weil nichts zwischen uns war. (Unser Fahrzeug hatte keine Vordertueren.) In der Aufregung vergass ich fast, dass die Kamera, die ich hielt, ein Zoomobjektiv hatte. Wir fuhren auch noch einmal zurueck zum Hyaenenbau - meinem Lieblingsplatz im Reservat. Die Hyaenen haetten mir keinen schoeneren Abschied machen koennen. Die 3 Jungen, in die ich mich 19 Tage vorher auf meiner ersten Pirschfahrt verliebt hatte, spielten ausserhalb des Baus. Sie naeherten sich neugierig, aber auch vorsichtig, dem Land Rover und waren eine halbe Stunde lang um
uns herum, was mir die Gelegenheit gab, viele gute Bilder "einzufangen".

Djuma Game Reserve ist ein zauberhafter Platz fuer alle, die wilde, afrikanische Tiere moegen. Ich war sehr traurig darueber, dass ich diesen wundervollen Ort verlassen musste und die Arbeit, die mir so viel Spass machte, nicht weiterhin machen konnte. Ich habe die Welt bereist, war in allen Kontinenten und habe viele Tierreservate und Nationalparks im suedlichen Afrika besucht. Von allen diesen Orten ist Djuma derjenige, an den ich wahrhaftig mein Herz verloren habe. Ich werde mit Sicherheit zurueckkehren...

Katja Boll

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Junge Hyaene, in der Naehe des Baus (© copyright Katja Boll)

 

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Three-spot, das Leopardenmännchen (© copyright Katja Boll).

 

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Zwei der Wildhundwelpen aus den Wurf des letzten Jahres -jetzt jugendliche Mitglieder des Rudels

(© copyright Katja Boll)

Fotosequenz mit einer Python, die ein Impalalamm verschlingt.Beachten Sie, wie die Python ihre Kiefer aufreisst, um die grosseBeute den Schlund hinunterzuwuergen. Fotos von der "Virtuellen Pirschfahrt"  -  Africam.

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